Auf ein Wort

Geistliches Wort zum Herbst 2020.
Herzliche Grüße aus der St. Nicolai-Kirchengemeinde Sarstedt.
Ihr Pastor Matthias Fricke

Das Ja des Herbstes

Er ist der Übergang vom Sommer zum Winter.
Badehose und Luftmatratze werden eingemottet.
Pudelmütze und Schal werden hervorgekramt.

Der Herbst.
Kartoffeln werden gerodet. Und Rüben.
Äpfel werden gepflückt. Und Quitten.
Federweißen gibt es zum Zwiebelkuchen.
Der Herbst.
Auf dem Fahrrad wird es wieder ungemütlicher.
Oder auf dem Trecker.
Gegenwind erfrischt nicht mehr.
Er pfeift durch jede Stofffalte mit drei T
und lässt Dich ungeahnt frösteln.

Der Herbst.
Das Beste ist vorbei.
Der Lack ist ab.
Keiner schaut sich mehr nach dir um.
Rente. Ruhe. Rostgefahr.

Der Herbst.
Danken für Gewesenes.
Danken für Essen und Trinken.
Danken für Boden und Wasser, Luft und Sonne.
Erntedank*.

Der Herbst.
Was bringt uns Gott näher?
Der Aufbruch im Frühjahr vielleicht.
Oder der gestandene Sommer in der Mitte des Lebens.
Vielleicht der Winter mit Kerze im Wohnzimmer und knackendem Kamin.
Oder eben doch der Herbst.

Er versinnbildlicht am stärksten Werden und Vergehen.
Mitten zwischen Reichtum und Armut - unser Leben.
Versehen mit Hochmut oder Einsicht.
Mit Selbstüberschätzung oder Demut.

Der Herbst.
Zeit für Gott.
Ort des Wandels, der Einsicht, des Dankes.
Gott sagt uns das Leben zu.
Gerade jetzt.
Mit roten Apfelbacken und bunt schillernder Felsenbirne.
Mit Zuckerrübenduft und frischen Kartoffeln mit Quark.

Das Ja des Herbstes.

*Als Videoandacht auf dieser Homepage. Hören Sie mal rein!

Matthias Fricke ZieseniƟ 2
Pastor Matthias Fricke-ZieseniƟ