Auf ein Wort

„Kann man Sünde unterscheiden?“

Liebe Besuchende unserer Homepage,

die Passionszeit vor Ostern brachte mich auf den Gedanken, diese Frage zu stellen. Ich stelle Ihnen die vier klassischen Begriffe von Sünde vor, diesem traditionellen Schlagwort. Die Systematische Theologie klärte einst:
Die Peccati = die Sünden fangen mit dem peccatum originale an, der Erbsünde.
Sie besagt, dass der Mensch, wenn nicht von Grund auf böse, so doch vom Grunde her zur Sünde fähig sei. Ja und Nein, denken wir: Was ist dann mit dem Säugling am Taufstein...? Der auch? Vielleicht dürfen wir nur vom Nachhinein her schauen, ob Menschen zu allem fähig sind. Also Augen auf: Was haben Menschen schon so alles angestellt?! Und überlassen wir das Urteil darüber lieber dem, der es in Ewigkeit kann.

Das peccatum actuale meint dann das Konkrete.
Unsere Fehler. Unsere Schuld. Unsere „Goldenen Kälber“, um die herum wir tanzen und dabei Gott vergessen. Alles, was wir zwischen Gott und uns stellen, nennt die Bibel Sünde. Paulus schrieb:
Gott erweist seine Liebe zu uns darin,
dass Christus für uns gestorben ist,
als wir noch Sünder waren.
(Rö.5,8)
Das peccatum actuale ist nicht zu verwechseln mit dem

peccatum veniale, der lässlichen, verzeihlichen Sünde. Da kommt uns über die Lippen: „Aus Versehen... Es ist mir passiert... Schwamm 'drüber... Alltäglichkeiten, die uns unterlaufen und die wir nicht wollten. Sie sind am einsehbarsten verzeihlich. Im Gegensatz zu...?
Die Spitze der peccati sehen wir in den sogenannten Todsünden der Menschheit, im

peccatum mortale.
Das Unvorstellbare, das Leiden bringt und die Welt beschädigt. Etwa als Stalin während der Enteignungen Millionen von Bauern erschoss.
Als Berlin Juden, Kommunisten, Sozialdemokraten, Christen u.a.m. Einsperrte ermordete.
Als Washington die Hiroshima-Taste drückte. Schon vergessen?
Als der Fremde meine Tante ermordete. Als der Wald weg war und das Meer voller Plastik.
Als der Mann sich verging.
Das peccatum mortale ist nicht zurücknehmbar.
Es beendet die Gottesbeziehung.
Das Anrufen Gottes, wie im Römerbrief des Paulus, wäre Versuchung Gottes.

Die Passionszeit kann uns helfen, Sünden, also Fehler, Schuld, zu erkennen, zu thematisieren und mit Recht, Gesetz und Glauben zu bekämpfen. Einfach, um mehr Frieden in die Welt zu tragen. Es lohnt sich!

Ich wünsche Ihnen gute Aussichten auf Ostern,
herzlich,
Nicolai-Pastor Matthias Fricke

Matthias Fricke Zieseniß 2
Pastor Matthias Fricke-Zieseniß